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Ausflug 2019

 

  Ausflug Gesangverein Hartheim:

 

Bodensee - Reichenau - Überlingen 

          13. Juli 2019

                                                                          

Foto: Überlingen (Bodensee), Wolfram Hetzel 

„ Das geht auf keine Kuhhaut“ 

Unter diesem ungewöhnlichen Motto versprach das Reisebüro dem Gesangverein Hartheim eine ausgedehnte Führung durch die alte und die heutige Insel Reichenau im Bodensee.

Was heißt diese Redensart eigentlich? Wir haben es an Ort und Stelle dann erfahren und sehen daran den Einfallsreichtum früherer Sprachschöpfer.

Da befindet sich in der altehrwürdigen Kirche St. Georg ein Wandfresko aus dem 14. Jahrhundert. Vier Teufel halten ein großes Fell mit Klauen und Zähnen. Über dem Fell sieht man zwei Frauen in lebhafter Unterhaltung. Eine Hängelampe zeigt an, dass die beiden in der Kirche schwätzen. Und weil sie das oft tun, wird diese Verfehlung, eine Sünde, nicht auf einer Schafs-  oder Kalbshaut geschrieben . Nein, dazu bedarf es einer größeren Haut, einer  Kuhhaut. Die wird dann beim Jüngsten Gericht als „Belastungsmaterial“ vorgelegt.

Soweit die ursprüngliche Bedeutung. Heute meint man, dass etwas das normale Maß übersteigt, wenn man diese Redensart gebraucht.

Dieser Teil der Führung zeigte die alte Reichenau, einst Zentrum frühen Christentums und früher Kultur . Aber  heute lebt die Insel, klimatisch begünstigt, vom Anbau vieler Gemüsesorten. Auch Reben werden wieder angebaut, aber nur noch 2 Fischer üben ein uraltes Gewerbe aus. Übrigens werden deutlich weniger Fische gefangen, weil das Wasser sauberer geworden ist und den Fischen somit Nahrung fehlt.

     Für die meisten war der kurze Aufenthalt in Konstanz das Wiedersehen mit einer alten, lieben Bekannten. Wir haben uns daran erinnert, dass ein Sohn des Ortes, nämlich Ignaz von Wessenberg ( 1774 – 1860 ) der letzte Generalvikar und Bistumsverweser der Diözese Konstanz war. Und dann folgten ruhige Stunden auf dem Schiff. Meersburg mit alter Burg und neuem Schloss grüßten, die Mainau ließ von der Seeseite wenig Besucher herein, in der Ferne war die Wallfahrtskirche  Birnau zu erkennen und die Eingänge zu den Pfahlbauten in Uhldingen waren beinahe leer.  

Am Ziel in Überlingen konnten wir noch einen Blick auf die Gassen der alten, ehemals freien Reichsstadt werfen,  bevor der Bus uns eine Fahrt durch schöne Landschaften des Hegaus, des Donautals und des Schwarzwald bescherte.

Selbstverständlich ließen wir den Abend in einem Lokal der heimischen Gastronomie ausklingen. 

        Text-Autor: M. Volk, 1. Vorsitzende Gesangverein Hartheim

Quelle: Amtsblatt Hartheim, Nr. 30, Vereinsnachrichten, 25.07.2019